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Morsetasten-Labor

Zwei Kontakte, fünf Bauarten und ein Unterschied, über den mehr gestritten wird als über jeden anderen im CW-Betrieb: Iambic A oder B.

 

 

 

PARIS zweimal: erst deine Einstellung, dann die Norm

Was dabei herauskommt

Die Stabilität sagt, wie gleichmässig deine Punkte sind. Ein Automatikkeyer hat hundert Prozent, eine Hand darunter - und das ist kein Fehler, sondern die Handschrift, an der dich andere wiedererkennen.

Die fünf Bauarten

  • Gerade Taste. Der Mensch macht alles. Punkt und Strich sind so lang, wie du drückst. So wurde hundert Jahre lang gefunkt, und nur so entsteht eine Handschrift, an der andere dich wiedererkennen.
  • Bug. Halbautomat: eine schwingende Feder erzeugt die Punkte, die Striche gibst du von Hand. Genau daran erkennt man einen Bug im Äther - gleichmässige Punkte, ungleiche Striche. Vibroplex hat sie ab 1905 gebaut, und der Klang hat einen eigenen Namen: die bug fist.
  • Einzelpaddle. Beide Seiten laufen automatisch, aber immer nur eine zur Zeit. Zusammendrücken bringt nichts.
  • Iambic A. Beide Seiten zusammengedrückt geben abwechselnd Punkt und Strich. Beim Loslassen hört A sofort auf.
  • Iambic B. Wie A, aber beim Loslassen hängt B noch ein Element an.

Der Unterschied zwischen A und B, in einem Satz

Drücke beide Paddles kurz zusammen und lass gleichzeitig los. A gibt einen Punkt. B gibt Punkt und Strich. Das ist der ganze Unterschied, und er ist genau ein Element gross.

Klein, aber folgenreich: Wer auf B geübt hat und an einer A-Station sitzt, verliert bei jedem zusammengedrückten Zeichen das letzte Element. Wer umgekehrt von A nach B wechselt, gibt eines zu viel - aus einem A wird ein R. Deshalb steht bei jedem Keyer diese Einstellung, und deshalb fragen erfahrene Operatoren danach, bevor sie an fremdem Gerät geben.

Probier es hier oben aus: Stufe umstellen, beide Pfeiltasten kurz zusammendrücken, loslassen. Der Unterschied steht sofort in der Ausgabe.

Gewichtung und Verhältnis

Zwei Stationen können dasselbe Tempo geben und trotzdem verschieden klingen. Dafür gibt es zwei Regler:

  • Gewichtung verschiebt Ton gegen Pause, ohne das Tempo zu ändern. Bei 1,1 sind die Töne zehn Prozent länger und die Pausen um denselben Betrag kürzer - das klingt satter, manche sagen "schwerer". Die Zeit für ein Zeichen bleibt gleich.
  • Strich zu Punkt ist normalerweise genau 3. Wer 3,5 stellt, gibt die langen, altmodischen Striche, die man auf alten Aufnahmen hört.

Der Knopf „Mit der Norm vergleichen“ gibt PARIS zweimal: erst mit deiner Einstellung, dann nach der Norm. Der Unterschied ist kleiner, als man denkt, und trotzdem sofort hörbar.

Was die Stabilität misst

Die Auswertung unten misst die Gleichmässigkeit deiner Punkte - Streuung geteilt durch Mittelwert, unabhängig vom Tempo. Ein elektronischer Keyer erreicht hundert Prozent, weil er nicht anders kann. Eine Hand liegt darunter.

Das ist kein Fehler. Genau diese Abweichung ist deine Handschrift, und geübte Operatoren erkennen einander daran, bevor das Rufzeichen durch ist. Interessant wird der Wert erst im Vergleich mit dir selbst: wenn er über Wochen steigt, wirst du sauberer.

Häufige Fragen

  • Welche Bauart soll ich lernen?

    Wer heute anfängt, nimmt meist ein Paddle mit Iambic B, weil die meisten Geräte so voreingestellt sind. Wer den Klang einer geraden Taste mag, verliert nichts: die Zeichen sind dieselben, nur die Hand macht mehr davon selbst.

  • Warum die Pfeiltasten und nicht die Leertaste?

    Weil sich zwei Pfeiltasten gleichzeitig drücken lassen. Mit einer einzelnen Taste liesse sich der Unterschied zwischen Iambic A und B gar nicht vorführen - und genau der ist hier der Punkt.

  • Ist das eine Simulation oder ein echter Keyer?

    Die Zeitrechnung ist echt: dieselben Regeln, die in einem Keyer-Chip stehen, und dieselbe Grundeinheit 1200/WpM. Was fehlt, ist die Mechanik unter den Fingern - ein gutes Paddle fühlt sich anders an als eine Tastatur, und das lässt sich nicht nachbauen.

  • Warum ändert sich die Auswertung beim Umstellen?

    Weil eine geänderte Einstellung andere Bedingungen bedeutet. Das bisher Getastete mit der alten und den Rest mit der neuen zu messen ergäbe Zahlen, die nichts bedeuten. Deshalb fängt die Messung neu an.