RST-Rapport
Drei Ziffern, die beschreiben, wie du ankommst. Einmal auseinandergenommen, ist 599 kein Ritual mehr.
599
Lesbarkeit
| R1 | Unlesbar. |
|---|---|
| R2 | Kaum lesbar, einzelne Wörter zu erkennen. |
| R3 | Mit erheblicher Mühe lesbar. |
| R4 | Praktisch ohne Mühe lesbar. |
| R5 | Einwandfrei lesbar. |
Feldstärke
| S1 | Sehr schwach, kaum wahrnehmbar. |
|---|---|
| S2 | Sehr schwache Signale. |
| S3 | Schwache Signale. |
| S4 | Mässige Signale. |
| S5 | Recht gute Signale. |
| S6 | Gute Signale. |
| S7 | Mässig starke Signale. |
| S8 | Starke Signale. |
| S9 | Sehr starke Signale. |
Tonqualität
| T1 | 50 oder 60 Hz Brumm, sehr rau und breit. |
|---|---|
| T2 | Sehr rauer Wechselstromton, hart und breit. |
| T3 | Rauer Ton, gleichgerichtet, aber ungesiebt. |
| T4 | Rauer Ton mit ersten Spuren einer Siebung. |
| T5 | Gesiebt, aber stark von der Restwelligkeit moduliert. |
| T6 | Gesiebter Ton mit deutlicher Restwelligkeit. |
| T7 | Fast reiner Ton, Rest von Welligkeit hörbar. |
| T8 | Fast vollkommener Ton, geringe Modulation. |
| T9 | Vollkommen reiner Ton, ohne jede Welligkeit oder Modulation. |
Drei getrennte Urteile
RST ist nicht eine Zahl, sondern drei, und sie messen Verschiedenes:
- R - Lesbarkeit, 1 bis 5. Lässt sich die Nachricht mitschreiben? Das ist der einzige Teil, der sagt, ob die Verbindung überhaupt trägt.
- S - Feldstärke, 1 bis 9. Wie viel Signal ankommt. An den meisten Geräten ist das schlicht die Anzeige des S-Meters; eine S-Stufe soll 6 dB entsprechen.
- T - Tonqualität, 1 bis 9, und nur im Morsebetrieb. Wie sauber der Ton klingt.
Ein Signal kann stark und unlesbar sein - das ist 259 und heisst meistens Störung. Es kann auch schwach und einwandfrei lesbar sein, 519, und das ist der Alltag jedes Funkers mit kleiner Leistung.
Warum die T-Skala wie ein Museumsführer klingt
Wer die Tonskala liest, liest die Geschichte der Sender. T1 ist „50 oder 60 Hz Brumm, sehr rau und breit“ - ein Ton direkt aus dem Stromnetz, weil frühe Sender ihre Spannung gleichrichteten, ohne sie zu glätten. T5 ist gesiebt und wellt trotzdem. Erst T9 ist der reine Ton, den jedes heutige Gerät mühelos erzeugt.
Deshalb steht dort heute fast immer eine 9. Es ist eine Skala für ein gelöstes Problem. Sie überlebt, weil ein verzerrtes Signal weiterhin beschrieben werden muss - ein Zirpen beim Tasten, ein Brummen aus einem müden Netzteil.
Warum alle 599 geben
Im Contest muss der Austausch kurz und jedes Mal gleich sein, also ist der Rapport eine Formsache: 599, gegeben als 5NN mit gekürzten Zahlen, ob das Signal es verdient oder nicht. Beide wissen, dass es nichts aussagt. Es zählt die laufende Nummer oder die Zone dahinter.
Ausserhalb von Contesten lohnt sich Ehrlichkeit. Ein echter Rapport sagt der Gegenstelle etwas, das sie sonst nicht erfahren kann - dass ihre Antenne arbeitet, dass ihre Tastung zirpt, dass sie mit 100 Milliwatt lesbar ist. Das ist eine Information; 599 ist ein Satzzeichen.
Häufige Fragen
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Warum fehlt das T im Sprechfunk?
Weil die Tonqualität die Güte eines getasteten Trägers beschreibt, den die Sprache nicht hat. Im Sprechfunk hat der Rapport zwei Ziffern, RS - „du bist fünf neun“.
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Was sind gekürzte Zahlen?
Verkürzte Ziffern für den schnellen Austausch: N für 9, T für 0, mitunter A für 1 oder E für 5. 5NN ist 599. Sie sind kürzer zu geben und im Contest erwartet, haben aber in einem Rufzeichen oder einer wichtigen Nummer nichts zu suchen.
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Ist S9 eine feste Signalstärke?
An einem sauber abgeglichenen Kurzwellenempfänger entspricht S9 50 Mikrovolt an 50 Ohm. In der Praxis weichen Empfänger stark voneinander ab, S-Werte sind also innerhalb einer Station vergleichbar und darüber hinaus kaum.
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Darf ich 599 geben, wenn das Signal schwach ist?
Im Contest ja, das tun alle. In einem gewöhnlichen Kontakt verschenkt man damit die einzige Gelegenheit, der Gegenstelle etwas Brauchbares zu sagen.