Im Kopf mitlesen
Nicht Buchstaben sammeln, sondern verstehen. Ab einem gewissen Tempo geht es ohnehin nicht mehr anders.
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Es gibt eine Schwelle, an der das Mitschreiben aufhört, eine Hilfe zu sein. Sie liegt je nach Handschrift zwischen 20 und 25 Wörtern pro Minute: Schneller kann niemand schreiben, und wer es trotzdem versucht, verliert nicht ein Zeichen, sondern den ganzen Rest.
Darüber geht es nur noch im Kopf. Das ist keine höhere Kunst, sondern derselbe Vorgang wie beim Zuhören in einem Gespräch: Man merkt sich nicht die Laute, sondern was gesagt wurde. Wer einen Satz auf Deutsch hört, könnte ihn hinterher meist nicht Wort für Wort wiedergeben - den Inhalt aber schon.
Warum nach Wörtern gewertet wird
Beim Sinnerfassen ist ein Wort entweder verstanden oder nicht. Ob im Wort ein Buchstabe wackelte, ist gleichgültig - wer HAFEN als HAFEN begriffen hat, hat es begriffen, und wer HAVEN notiert, wahrscheinlich auch. Umgekehrt nützt es nichts, achtzig Prozent der Buchstaben eines Satzes zu haben, wenn kein einziges Wort vollständig ist.
Deshalb steht hier die Wortquote oben. Die Zeichenquote wird trotzdem mit ausgegeben, weil sie zeigt, ob es knapp war oder weit daneben.
Wie man anfängt
Mit einem Tempo, bei dem du gerade nicht mehr mitschreiben könntest - typischerweise zwei bis drei Wörter pro Minute über deiner Schreibgrenze. Langsamer schadet: Ist genug Zeit zum Mitschreiben, schreibt der Kopf innerlich mit, und die Übung findet nicht statt.
Die Sätze sind Alltagssprache und fünf bis acht Wörter lang, ohne Umlaute und Akzente. Im Funkbetrieb kommen die kaum vor, und ein Satz, den man nur mit Sonderzeichen richtig tippen kann, misst die Tastatur statt das Gehör.
Der Übergang
Zwischen "ich schreibe alles mit" und "ich verstehe alles im Kopf" liegt eine unangenehme Phase, in der beides halb geht. Sie ist normal und dauert Wochen. Nützlich ist in dieser Zeit, bewusst zu wechseln: eine Sitzung blind mitschreiben, eine Sitzung im Kopf, und dazwischen das gewohnte Diktat als Kontrolle, ob die Zeichen selbst noch sitzen.
Wer merkt, dass einzelne Zeichen immer noch Aufmerksamkeit kosten, ist für Head Copy zu früh dran. Dann hilft der Reaktionstest: Er sagt in Millisekunden, welche Zeichen noch nicht automatisch laufen.
Häufige Fragen
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Ab wann ist Head Copy sinnvoll?
Wenn du bei deinem Tempo praktisch fehlerfrei mitschreibst und die einzelnen Zeichen keine Aufmerksamkeit mehr kosten. Vorher trainiert man nicht das Verstehen, sondern das Entziffern unter Zeitdruck.
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Darf ich mir Notizen machen?
Das Feld ist während des Sendens gesperrt, auf Papier kann dich niemand hindern - aber es hebt die Übung auf. Der Sinn ist, den Satz im Kopf zu behalten, bis er zu Ende ist.
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Warum sind die Sätze so alltäglich?
Weil beim Sinnerfassen der Satz tragen soll und nicht das Vokabular. Fachbegriffe würden messen, ob du das Wort kennst, statt ob du es gehört hast.