Einer Station unter mehreren folgen
Das Pileup übt einen Moment. Hier geht es um Ausdauer: alle senden durchgehend, und du bleibst an einer.
Bereit.
Im Pileup rufen viele Stationen gleichzeitig und schweigen dann. Man muss einen Augenblick erwischen. Hier ist es anders und schwerer: Alle senden durchgehend, und die Aufgabe heisst, einer davon über die ganze Zeit zu folgen.
Das entspricht dem, was in einem vollen Band wirklich passiert - und dem, was in einem Raum voller Gespräche passiert, wenn man einem davon zuhört. Der Fachbegriff dafür ist cocktail party effect, und dass es überhaupt geht, liegt daran, dass das Gehör Quellen nach Tonhöhe, Richtung und Rhythmus trennt.
Warum die Zielstation erst allein läuft
Weil man keiner Station folgen kann, die man noch nie gehört hat. Zuerst läuft deine allein - du lernst ihre Tonhöhe, ihr Tempo und ihre Handschrift. Erst danach kommen die anderen dazu.
Ohne diesen Schritt wäre die Übung nicht schwer, sondern unlösbar: Zwischen fünf gleichzeitig sendenden Stationen ist keine ausgezeichnet, solange man nicht weiss, welche gemeint ist. Genau so macht man es auch auf dem Band - man merkt sich einen Ton und bleibt daran.
Die 60-Hertz-Grenze
Getrennt werden die Stationen im Kopf vor allem über die Tonhöhe. Wie weit sie dafür auseinanderliegen müssen, ist keine Meinung: Unterhalb von etwa 60 Hertz verschmelzen zwei Töne für die meisten Ohren zu einem einzigen, schwebenden Klang. Dann hilft nur noch, dass die Stationen unterschiedlich schnell geben.
Die Stufen sind danach gebaut. Leicht setzt 320 Hertz Abstand, das ist eine gute Oktave und mühelos zu trennen. Extrem setzt 55 - unterhalb der Grenze, und das Werkzeug sagt das nach der Auswertung auch dazu. Wer dort trifft, hat nicht besser gehört, sondern die Handschrift erkannt.
Deshalb zählen enge Runden mehr: 300 Hertz Abstand geben hundert Punkte, 60 Hertz das Fünffache.
Auf den Nachbarn gerutscht
Der häufigste Fehler ist nicht, nichts zu verstehen, sondern etwas anderes zu verstehen. Man folgt einer Station, verliert sie für einen Moment in einer Pause und hängt sich an die nächste - die auch einen sinnvollen Text sendet, weshalb es gar nicht auffällt.
Deshalb meldet die Auswertung nicht nur richtig oder falsch, sondern welche Station du stattdessen mitgeschrieben hast und wie weit sie entfernt lag. Wer regelmässig auf den unmittelbaren Nachbarn rutscht, hat ein anderes Problem als jemand, der irgendwo landet: Das erste ist eine Frage der Konzentration, das zweite eine des Tempos.
Häufige Fragen
-
Wie viele Runden sind sinnvoll?
Fünf bis zehn am Stück. Die Übung ist anstrengender als sie aussieht - konzentriertes Verfolgen einer Quelle unter mehreren ermüdet schnell, und ab einem gewissen Punkt misst man nur noch die Müdigkeit.
-
Warum sind die Stationen unterschiedlich schnell?
Weil sie es auf dem Band auch sind, und weil das Tempo neben der Tonhöhe das zweite Merkmal ist, an dem man eine Station wiedererkennt. Auf den leichten Stufen ist das Tempo gleich - dort soll allein die Tonhöhe tragen.
-
Kann ich mit Kopfhörern besser trennen?
Ja, deutlich. Ohne Kopfhörer fällt die räumliche Trennung weg, und es bleibt nur die Tonhöhe. Alle Stationen kommen hier aus derselben Richtung, also aus der Mitte - das ist Absicht, denn im Funkempfänger ist es genauso.