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CW-Pileup-Training

Zwanzig Stationen rufen im selben Augenblick. Die Aufgabe ist nicht, alle zu verstehen - sondern eine.

 

 


Eine Station aus zwanzig herauszuhören ist mehr wert als eine aus zweien - die Punkte steigen mit der Dichte, aber nicht linear: der Sprung von zwei auf fünf ist grösser als der von zwanzig auf dreissig. Ein Zeichen daneben gibt keine Punkte; im Betrieb ist ein Rufzeichen mit einem falschen Buchstaben kein halber Kontakt, sondern gar keiner.

Warum das eine eigene Fähigkeit ist

Ein Pileup ist die Lage, in der ein Anfänger aufgibt und ein Geübter arbeitet. Der Unterschied ist nicht Tempo und nicht Erfahrung mit den Zeichen, sondern etwas Drittes: die Fähigkeit, aus einem Gemisch eine Stimme herauszugreifen und die anderen wegzuhören.

Das kann jeder - auf einer lauten Party hört man auch nur einem zu. Nur ist es mit Morsezeichen ungewohnt, und ungewohnt heisst: übbar.

Woran das Ohr sie auseinanderhält

Drei Dinge trennen die Rufer, und alle drei sind hier eingebaut:

  • Tonhöhe. Der wichtigste Griff. Das Ohr trennt nach Tonhöhe besser als nach allem anderen. Die Stationen liegen deshalb gleichmässig über einen Bereich verteilt und nicht zufällig - rein zufällig gesetzt landen mehrere aufeinander, und dann ist die Aufgabe nicht schwer, sondern unmöglich.
  • Anfangszeit. Niemand beginnt auf denselben Millisekundenpunkt. Wer eine Zehntelsekunde früher anfängt, ist am Anfang allein zu hören - genau diese Lücke nutzt ein geübter Operator.
  • Tempo und Pegel. Die laute, langsame Station ist die leichteste. Wer aufgibt, bekommt sie genannt.

Split: wo die Rufer wirklich liegen

Im DX-Betrieb hört die gerufene Station nicht dort, wo sie sendet, sondern ein Stück daneben - sonst wäre ihre eigene Frequenz vom Pileup zugedeckt und niemand könnte sie hören.

Im Split-Betrieb dieser Seite liegen die Rufer deshalb alle höher als deine eigene Tonhöhe. Das ist genau die Lage, in der Anfänger auf der falschen Frequenz rufen und sich wundern, warum sie nie drankommen: Sie rufen dort, wo die DX-Station sendet, und dort hört sie nicht zu.

Warum ein Zeichen daneben keine Punkte gibt

Wer DL1ABD tippt, wo DL1ABC gerufen hat, bekommt eine eigene Rückmeldung: die Station war da, kopiert war sie nicht. Das ist ein anderer Fehler als Ratlosigkeit, und er sagt mehr - deshalb wird er getrennt gezählt.

Punkte gibt es trotzdem keine. Im Betrieb ist ein Rufzeichen mit einem falschen Buchstaben kein halber Kontakt, sondern gar keiner: Der Eintrag ist falsch, die Bestätigung kommt nie an, und im Contest kostet er mehr, als er einbringt.

Die Punkte steigen mit der Dichte, aber nicht gleichmässig: Der Sprung von zwei auf fünf Stationen ist grösser als der von zwanzig auf dreissig. Ab einer gewissen Menge ändert sich nicht mehr viel - es rauscht einfach.

Häufige Fragen

  • Mit wie vielen soll ich anfangen?

    Mit zwei. Klingt lächerlich wenig, ist aber schon der ganze Trick im Kleinen: zwei Stimmen trennen und einer folgen. Wer das sicher kann, schafft fünf fast ohne Zusatzaufwand.

  • Ich höre nur Chaos. Mache ich etwas falsch?

    Nein, das ist der Anfangszustand. Hilfreich: nicht auf das Ganze hören, sondern auf eine Tonhöhe. Such dir die höchste oder tiefste Stimme - die hat auf einer Seite keine Nachbarn und ist deshalb am leichtesten zu halten.

  • Warum bekomme ich beim Aufgeben die „leichteste“ genannt?

    Weil sie die ist, die ein Anfänger findet: laut, langsam und früh dran. Richtig sind alle - die Angabe soll zeigen, worauf man sich hätte stützen können.

  • Sind das echte Rufzeichen?

    Nein. Präfix, Bezirksziffer und Suffix folgen dem üblichen Aufbau, die Kombination ist erzeugt. Echte Rufzeichen wären personenbezogene Daten, und für die Übung macht es keinen Unterschied.