Welche Morsetaste?
Vier Bauarten, und sie nehmen dir unterschiedlich viel ab. Womit man anfängt, ist keine Geschmacksfrage.
Alle Tasten tun dasselbe: einen Stromkreis schliessen. Sie unterscheiden sich darin, wie viel von der Zeitgebung sie übernehmen - und genau davon hängt ab, was du beim Üben lernst.
Handtaste
Ein Hebel, eine Kontaktfläche, senkrechte Bewegung. Sie nimmt dir nichts ab: Punktlänge, Strichlänge und jede Pause entstehen in deiner Hand.
Das ist ihr Nachteil und ihr ganzer Wert. Wer auf der Handtaste sauber gibt, hat das Zeitraster verstanden - ein Strich ist drei Punkte lang, die Lücke zwischen Zeichen drei, zwischen Wörtern sieben. Auf einer automatischen Taste kann man jahrelang geben, ohne das je bewusst gelernt zu haben.
Zum Anfangen ist sie die richtige Wahl. Sie ist auch die billigste, und man kann sie aus einer Büroklammer bauen - siehe Taste selber bauen.
Grenze: über etwa 20 bis 25 WpM wird sie anstrengend, und bei langen Durchgängen ermüdet der Arm. Dafür gibt es die anderen drei.
Bug: halbautomatisch
Der Bug arbeitet seitlich statt senkrecht. Nach einer Seite gedrückt, erzeugt ein schwingender Arm mit Gewicht eine Reihe von Punkten - mechanisch, ohne Strom. Nach der anderen Seite gibt man die Striche weiterhin von Hand.
Er stammt aus der Zeit vor der Elektronik und wurde für Telegrafisten gebaut, die stundenlang gaben. Das Gewicht auf dem Arm stellt das Punkttempo ein; die Striche macht der Mensch.
Daraus folgt die berühmte Eigenart: Ein Bug klingt nach seinem Besitzer. Weil nur die Punkte automatisch sind, sind die Striche fast immer etwas zu lang - das gibt eine Handschrift, die erfahrene Operatoren wiedererkennen. Manche schätzen genau das, andere finden es unsauber.
Zum Lernen ist der Bug ungeeignet: Er nimmt dir die Hälfte des Zeitrasters ab und verzerrt die andere.
Paddle und Elbug: vollautomatisch
Ein Paddle ist erst einmal nur ein seitlich bedienter Schalter. Die Arbeit macht der Elbug (elektronischer Keyer) dahinter: Er erzeugt Punkte und Striche in exakt richtiger Länge und mit exakt richtigen Pausen, solange du hältst.
- Einhebelpaddle - ein Hebel, zwei Richtungen. Links Punkte, rechts Striche, beides nie gleichzeitig.
- Zweihebelpaddle - zwei getrennte Hebel, die sich zusammendrücken lassen. Drückt man beide, entsteht eine abwechselnde Folge Punkt-Strich-Punkt-Strich; das nennt man iambisch und spart bei Zeichen wie C (-.-.) und A (.-) spürbar Bewegung.
Der Elbug hält das Tempo absolut gleichmässig. Das ist beim Contest und bei hohem Tempo ein echter Gewinn - und beim Lernen eine Falle: Er macht das Zeitraster richtig, ob du es verstanden hast oder nicht.
Womit anfangen
Mit der Handtaste, und zwar so lange, bis das Zeitraster sitzt. Danach ist der Umstieg auf ein Paddle eine Sache von Tagen - umgekehrt ist es mühsam, weil man sich das Gefühl für die Längen erst nachträglich erarbeiten muss.
Ob dann Einhebel oder Zweihebel, ist wirklich Geschmack. Beides funktioniert bis an die Grenze dessen, was ein Mensch geben kann.
Prüfen lässt sich das hier: Der Sendetrainer misst dein Zeitraster und zeigt, wo Punkte und Striche aus dem Verhältnis laufen - unabhängig davon, mit welcher Taste du gibst. Und der Keyer lässt beide Paddle-Bauarten samt iambischem Betrieb im Browser ausprobieren, bevor du etwas kaufst.
Häufige Fragen
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Brauche ich zum Anfangen überhaupt eine Taste?
Nein. Zum Hören lernen braucht es gar keine, und Hören lernt man zuerst - wer nicht mitschreiben kann, hat vom Geben wenig. Für die ersten Sendeübungen genügt die Leertaste der Tastatur oder ein Finger auf dem Bildschirm.
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Was heisst iambisch?
Beim Zweihebelpaddle: Drückt man beide Hebel gleichzeitig, gibt der Elbug abwechselnd Punkt und Strich. Der Name kommt vom Versmass Jambus, das denselben Wechsel hat. Es spart Bewegung bei Zeichen, die sich abwechseln - C, A, K, R und einige mehr.
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Warum klingt ein Bug so eigen?
Weil nur die Punkte mechanisch entstehen und die Striche von Hand kommen. Die Striche geraten fast immer etwas zu lang, und dieses Verhältnis ist bei jedem Operator anders - eine Handschrift, die man am Klang wiedererkennt.
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Ist eine teure Taste besser?
Für das Ergebnis auf dem Band: nein. Eine gut eingestellte einfache Taste gibt sauberer als eine schlecht eingestellte teure. Was Geld kauft, ist Lagerspiel, Gewicht und Haltbarkeit - also wie es sich anfühlt und wie lange es hält, nicht wie es klingt.