CW-Bandplan
Wo auf dem Band Morsecode zu Hause ist - und warum die Grenze weicher ist, als eine Tabelle aussehen lässt.
Ein Bandplan teilt kein Recht zu. Er ist eine Vereinbarung unter Funkamateuren, wer sich wo aufhält, damit sich schmale und breite Aussendungen nicht gegenseitig zudecken. Was rechtlich erlaubt ist, steht in der Zulassung des jeweiligen Landes und kann enger sein.
Der wichtigste Satz steht im Bandplan selbst und wird fast überall unterschlagen: CW-Verbindungen sind auf allen Bändern zulässig, ausser in den Bakensegmenten. Der „CW-Bereich" ist also der Abschnitt, in dem Morsecode Vorrang hat - nicht der einzige, in dem er vorkommen darf. Wer das nicht weiss, hält sich für eingesperrt.
Die CW-Bereiche
Alle Angaben in Kilohertz, maximale Bandbreite 200 Hz. Die Spalte rechts nennt Anruffrequenzen: QRP ist Betrieb mit kleiner Leistung, QRS ist langsames Geben - dort findet man Gegenstellen, die Rücksicht nehmen.
| Band | CW-Bereich | Anruffrequenzen |
|---|---|---|
| 160 m | 1810 - 1838 | 1836 QRP |
| 80 m | 3500 - 3570 | 3555 QRS · 3560 QRP |
| 60 m | 5351,5 - 5354,0 | keine |
| 40 m | 7000 - 7040 | 7030 QRP |
| 30 m | 10100 - 10130 | 10116 QRP |
| 20 m | 14000 - 14070 | 14055 QRS · 14060 QRP |
| 17 m | 18068 - 18095 | 18086 QRP |
| 15 m | 21000 - 21070 | 21055 QRS · 21060 QRP |
| 12 m | 24890 - 24915 | 24906 QRP |
| 10 m | 28000 - 28070 | 28055 QRS · 28060 QRP |
Was in den Bereichen noch steht
Drei Abschnitte sind feiner unterteilt, und die Unterteilung sagt etwas über den Betrieb:
- 80 m, 3500 bis 3510 kHz - Vorrang für interkontinentalen Verkehr. Wer in Europa mit Europa plaudert, geht höher.
- 3510 bis 3560 und 14000 bis 14060 kHz - dort finden Conteste statt. An einem Contest-Wochenende ist es dort voll, und ein ruhiges QSO sucht man besser weiter oben.
- Bakensegmente (14099-14101, 18109-18111, 21149-21151, 24929-24931, 28190-28225 kHz) - dort senden automatische Baken rund um die Uhr. Das ist der einzige Ort, an dem CW nichts zu suchen hat.
Auf 30, 17, 12 und 60 m soll überhaupt kein Contest stattfinden. Das sind die Bänder, auf die man an einem Wettbewerbswochenende ausweicht, wenn man in Ruhe üben will.
Warum die Bänder sich unterscheiden
Die Bereiche sehen ähnlich aus, die Bänder verhalten sich aber gegensätzlich. 40 und 80 m tragen nachts weit und sind tagsüber kurz; 10 und 15 m sind umgekehrt und brauchen dazu eine aktive Sonne. Welches Band heute was tut, steht nicht im Bandplan, sondern im Funkwetter - unsere Bandbedingungen spielen dieselbe Nachricht unter den Bedingungen von heute ab.
Zum Üben eignet sich 30 m besonders: schmal, contestfrei, und die Ausbreitung ist über den Tag hinweg brauchbar gleichmässig.
Häufige Fragen
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Darf ich ausserhalb des CW-Bereichs morsen?
Ja. Der Bandplan sagt ausdrücklich, dass CW-Verbindungen auf allen Bändern zulässig sind - ausser in den Bakensegmenten. Der CW-Bereich ist der, in dem Morsecode Vorrang hat. Rücksicht gehört trotzdem dazu: in einem Sprechfunkbereich stört ein Träger mehr, als er nützt.
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Ist der Bandplan Gesetz?
Nein. Er ist eine Vereinbarung der Funkamateure untereinander. Verbindlich ist die Zulassung deines Landes, und die kann enger sein als der Bandplan. Der Bandplan regelt, wie man sich innerhalb des Erlaubten verträgt.
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Was bedeuten QRP und QRS?
Es sind Q-Gruppen. QRP heisst „ich verringere die Leistung", QRS heisst „gib langsamer". Die genannten Frequenzen sind Anrufstellen: Wer dort ruft, sucht Gegenstellen mit wenig Leistung beziehungsweise mit gemächlichem Tempo. Für Anfänger sind die QRS-Frequenzen die freundlichste Stelle im Band.
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Warum ist der CW-Bereich nur 200 Hz breit?
Das ist die maximale Bandbreite je Aussendung, nicht die Breite des Bereichs. Ein Morsesignal bei 25 WpM belegt etwa 100 Hz - deshalb passen in ein 70 kHz breites Segment sehr viele Stationen nebeneinander. Genau diese Schmalheit ist der Grund, warum CW mit wenig Leistung so weit kommt.