Zeitleiste des Morsecodes
Von der ersten Vorführung 1838 bis zu den Funkfeuern, die heute noch ihre Kennung morsen. Jeder Eintrag nennt seine Quelle.
Warum jeder Eintrag eine Quelle hat
Über den Morsecode kursieren mehr schöne Geschichten als belegte. Deshalb steht hinter jedem Eintrag oben ein Verweis, und wo die Forschung uneins ist, sagt der Eintrag das selbst.
Das betrifft vor allem Marconis Empfang von 1901. Dass er in Neufundland drei Punkte aus Cornwall gehört habe, steht in jedem Buch. Es gab aber keine Aufzeichnung, nur zwei Männer mit einem Hörer, und Technikhistoriker bestreiten den Empfang bis heute. Als Ereignis der Funkgeschichte zählt er trotzdem - nur eben mit diesem Zusatz.
Vier Abschnitte
- Anfänge - vom Versuchsaufbau zum internationalen Standard, 1838 bis 1865.
- Auf See - Funk wird zur Rettungstechnik: erster Notruf 1899, CQD 1904, SOS 1906, Titanic 1912.
- Blütezeit - als Tempo Sport wurde. Der Rekord von 1939 steht bis heute.
- Heute - das Ende auf See 1999, das Ende der Prüfungspflicht, und was trotzdem geblieben ist.
Häufige Fragen
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War die Titanic das erste Schiff, das SOS funkte?
Nein. Die RMS Slavonia gab 1909 als erstes belegtes Schiff SOS, zwei Monate später die SS Arapahoe. Die Titanic sendete beides, CQD und SOS - und danach verschwand CQD aus dem Funkverkehr.
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Warum steht bei 1901 „umstritten“?
Weil der Empfang nicht aufgezeichnet wurde. Marconi und sein Assistent hörten mit; ob das Geräusch wirklich das Signal aus Poldhu war, lässt sich nicht mehr feststellen. Die Zweifel sind alt und ernsthaft, deshalb stehen sie dabei.
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Wann endete der Morsecode wirklich?
Auf See am 1. Februar 1999, als das satellitengestützte GMDSS ihn ablöste. Kommerziell in den USA am 12. Juli 1999. Beendet ist er damit nicht: im Amateurfunk, in Funkfeuern der Luftfahrt und bei Streitkräften wird er weiter benutzt.