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Wie schnell sitzt ein Zeichen?

Nicht ob du es erkennst, sondern wie lange du dafür brauchst. Diese Zahl entscheidet, bei welchem Tempo du aussteigst.

Gemessen wird ab dem Ende des Zeichens - sonst wäre ein M zwangsläufig langsamer als ein E. Tippe den Buchstaben, sobald du ihn erkannt hast.

 

 


Auswertung

Beim Morsen scheitert selten das Erkennen und fast immer die Zeit. Ein Zeichen zu bestimmen, wenn man Ruhe hat, kann fast jeder nach ein paar Wochen. Im laufenden Text bleiben dafür aber nur die Pausen zwischen den Zeichen - und die sind kurz: bei 20 Wörtern pro Minute sind es 180 Millisekunden. Wer eine halbe Sekunde überlegt, verliert die nächsten zwei Zeichen und danach den Anschluss.

Dieser Test misst genau diese Spanne. Ein Zeichen erklingt, und gestoppt wird, bis der richtige Buchstabe getippt ist.

Gemessen wird ab dem Ende, nicht ab dem Anfang

Das ist die einzige Entscheidung an diesem Werkzeug, die man begründen muss. Ein E dauert eine Zeiteinheit, ein 0 neunzehn - bei 20 WpM sind das 60 gegen 1140 Millisekunden. Würde ab dem Anfang des Tons gemessen, wäre die Null zwangsläufig eine Sekunde langsamer als das E, ohne dass das irgendetwas über den Hörer aussagt. Die Zahl sähe aus wie Können und wäre Physik.

Ab dem Ende gemessen sind alle Zeichen vergleichbar: Die Uhr läuft ab dem Moment, in dem alle Informationen da sind.

Was die Zahlen bedeuten

Median statt Mittelwert. Einmal abgelenkt sein erzeugt einen Ausreisser von mehreren Sekunden, der einen Mittelwert um hundert Millisekunden verschiebt. Der Median merkt davon nichts.

Fehlstarts sind Eingaben, die kamen, bevor das Zeichen zu Ende war. Sie zählen nie als Treffer, auch wenn der Buchstabe zufällig stimmte - sonst wäre Dauertippen eine Strategie.

Sitzt sofort ist der Anteil der Antworten unter 600 Millisekunden. Das ist die Grenze, ab der man nicht mehr überlegt, sondern erkennt.

Das getragene Tempo rechnet die Zeit in Wörter pro Minute um: Zwischen zwei Zeichen liegen drei Zeiteinheiten, und wer länger braucht als diese Pause, fällt zurück. 300 Millisekunden ergeben 12 WpM, 200 ergeben 18.

Was man damit anfängt

Die Liste unten zeigt die fünf wackeligsten Zeichen - erst nach Trefferquote, dann nach Zeit. Ein Zeichen, das nur zur Hälfte sitzt, ist dringender als eines, das immer stimmt und dabei hundert Millisekunden länger braucht.

Was dort steht, gehört in die nächste Übungseinheit. Der Coach nimmt dieselben Zahlen aus deinem Trainingsverlauf und baut daraus einen Tagesplan; dieser Test ist die schnelle Momentaufnahme dazu.

Häufige Fragen

  • Was ist ein guter Wert?

    Unter 400 Millisekunden im Median trägt flüssiges Hören bei 9 WpM, unter 300 sind es 12, unter 200 dann 18. Wer bei 500 liegt, hat die Zeichen gelernt, aber noch nicht automatisiert - das kommt mit Wiederholung, nicht mit Anstrengung.

  • Warum sind Ziffern langsamer?

    Weil sie alle fünf Elemente lang sind und sich nur in der Reihenfolge unterscheiden. Bis zum letzten Element ist nicht entschieden, welche Ziffer es wird. Das ist kein Fehler beim Hörer, sondern liegt am Code.

  • Zählt die Zeit für falsche Antworten mit?

    Nein. Die Zeit eines falsch geratenen Zeichens misst nichts ausser der Ratefreudigkeit. Gerechnet wird nur über die richtigen Versuche, die Trefferquote steht getrennt daneben.